Eutergesundheitsentwicklung in der Trockenstehzeit

Dr. med. vet. Friederike Reinecke; Eutergesundheitsdienst
Dirk Albers; Leiter der Feldversuchsstation für Grünlandwirtschaft und Rinderhaltung
(beide: Landwirtschaftskammer Niedersachsen)

Statistische Datenauswertung: VIT Verden
Fragestellungen und Konzept: Versuchswesen Tier der LWK-Niedersachsen
Datengrundlage: MLP-Jahresabschluss 2010

Die Trockenstehzeit ist von besonderer Bedeutung für die Eutergesundheit der Tiere. In dieser Zeit sollen bestehende Infektionen ausheilen, das Eutergewebe regenerieren und Neuinfektionen vermieden werden.

Die Auswertung der Gesamtgemelkszellgehalte in den Milchleistungsprüfungen vor und nach Abkalbung lassen erahnen, wie effizient die genannten Ziele umgesetzt werden. Solche Auswertungen werden schon seit längerer Zeit von Beratern auf Einzelbetriebsebene durchgeführt, um jedoch detaillierte Informationen über Effizienz der Trockenstehzeit der Gesamtheit niedersächsischer Herden zu erhalten, wurde die VIT-Verden vom Versuchswesen Tier der Landwirtschaftskammer Niedersachsen mit einer betriebsübergreifenden Auswertung beauftragt, deren Ergebnisse im Folgenden dargestellt sind. 

Mit Mastitisvakzinen die Eutergesundheit verbessern?

M. Spohr und F. Uhlenbruck

Die Erhaltung der Eutergesundheit von Milchkühen ist für jeden Milcherzeuger eine ständige Herausforderung. Größer werdende Herden, steigende Milchleistungen und eine zunehmende Arbeitsbelastung der Milcherzeuger erhöhen die Häufigkeit sowohl klinischer als auch subklinischer Mastitiden und steigern den Gehalt somatischer Zellen in der Tankmilch. Gleichzeitig ist festzustellen, dass die Erfolge der antibiotischem Mastitistherapie stagnieren oder sogar rückläufig scheinen. Auf der Suche nach Alternativen verspricht die Immunisierung gegen Mastitiserreger einen Ausweg. Veröffentlichungen in der landwirtschaftlichen Fachpresse und Äußerungen in Diskussionsforen erwecken den Eindruck, dass der Einsatz von Impfstoffen erfolgreich ist. Reichen diese Informationen aus, um den Einsatz von Mastitisvakzinen zu empfehlen? Wie ist der aktuelle Stand des Wissens?

Automatisierung des Treibens im Milchviehbereich

Steffi Geidel und Andreas Bauch
HTW Dresden

In den letzten Jahren wurden umfangreiche Entwicklungen zur Automatisierung im Milchviehstall vorgestellt und in den Betrieben eingeführt. Hintergrund dieser rasanten Veränderungen der Verfahren ist der Wunsch, die Anforderungen von Kuh und Mensch an das Melken, Füttern, Einstreuen/Entmisten und Treiben besser zu realisieren. Neben dem Kuhkomfort sind auch die Arbeitsplätze attraktiver zu gestalten und der Arbeitsbedarf ist zielführend zu verringern. Automatische Melksysteme setzen sich in der Praxis immer mehr durch. Die ersten Automatischen Melkkarussells wurden vorgestellt. Die Automatisierung des Treibens der Kühe zum und vom Melkzentrum kann diese Melksysteme sinnvoll ergänzen.

Hier dürfen Kälber an der Mutter saugen…

Untersuchungen zur muttergebundenen Kälberhaltung am Thünen­ Institut in Trenthorst

Kerstin Barth, Thünen‐Institut für Ökologischen Landbau
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Die unmittelbare Trennung der Kälber von ihren Müttern nach der Geburt ist heute Standard in  der  modernen  Milchviehhaltung.  Dies  gilt  auch  für  die ökologische Landwirtschaft,  obwohl  einige Bioverbände Zeiträume vorgeben, über welche die Kälber mindestens Kontakt zu ihren Müttern haben sollten. Viel mehr als 24 Stunden werden aber auch dabei nicht eingeräumt. Für das Betriebsmanagement hat die frühzeitige Unterbrechung des Kontakts gute Gründe: (i) die Kuh‐Kalb‐Beziehung wird nicht aufgebaut und muss deshalb zum Absetzen auch nicht mit Stress wieder gelöst werden, (ii) während der Kälberaufzucht lassen sich hygienische Bedingungen  besser  sichern  und  (iii)  die  Tierbeobachtung  und  –betreuung  sowie  die  bedarfsgerechte  Versorgung ist einfacher möglich.

Das Vakuum viertelindividuell steuern…

Kurzfassung zum Projekt Entwicklung einer zentralen Online- Analyse- und Steuerungseinheit zur Milchgewinnung „OASE“

Sandra Rose-Meierhöfer, Anika B. Müller, Ulrich Ströbel, Reiner Brunsch
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Im Projekt OASE wurde ein neues Melksystem entwickelt, welches zur Reduzierung der Gewebebelastung am Kuheuter beim Melken beiträgt. Das neue Melksystem reduziert damit Eutererkrankungen und Melkbarkeitsstörungen bei Milchkühen, welche hohe Kosten bei Konsumenten und Landwirten erzeugen (Abb. 1 und 2).
Das Projekt „OASE“ ermöglichte eine umfassende wissenschaftliche Untersuchung des neu entwickelten Melksystems Multilactor®.