Eutergesundheitskontrolle durch Leitfähigkeitsmessung in der Milch

- Einige Grundlagen -

Dr. Kerstin Barth
Thünen-Institut für Ökologischen Landbau
E-Mail-Kontakt: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!
August 2014

Beim automatischen Melken wird die Messung der elektrischen Leitfähigkeit (nachfolgend auch einfach Leitfähigkeit genannt) oder des Leitwertes der Milch heute generell als ein Kriterium zum Monitoring der Eutergesundheit verwendet und soll damit auch die Milchgüte sicherstellen. Auch konventionelle Melkanlagen erheben zum Teil diese Informationen bei jedem Melkakt, und mit Handgeräten kann diskontinuierlich  gemessen werden. Trotz dieses langjährigen und breiten Einsatzes zeigen sich in Diskussionen jedoch immer wieder Enttäuschungen, was die Aussagefähigkeit der Messungen angeht. Im Folgenden sollen deshalb einige grundlegende Sachverhalte zur Leitfähigkeitsmessung in der Milch dargelegt werden.

Kühe ohne Langzeitantibiotika trocken stellen - ist das gefahrlos möglich?

Dr. Martin Spohr
Eutergesundheitsdienst der TSK Baden-Württemberg
Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!
April 2014

Antibiotika zur Bekämpfung bakterieller Infektionen sind aus unserem Leben nicht mehr wegzudenken. Die Anwendung von Antibiotika führt aber zwangsläufig dazu, dass sich Bakterien, die gegen diese Mittel resistent sind, immer weiter ausbreiten. Die Zunahme resistenter Bakterien in Krankenhäusern hat die Diskussion über den verantwortungsvollen Umgang mit Antibiotika auch auf die Landwirtschaft ausgeweitet. In letzter Zeit wird zunehmend über den Verzicht von Langzeitantibiotika zum Trockenstellen von Milchkühen diskutiert. Der unkritische Verzicht auf Antibiotika kann aber die Eutergesundheit trocken gestellter Kühe deutlich verschlechtern. Daher müssen die Bedingungen geklärt sein, unter denen ein gefahrloser Verzicht auf Antibiotika praktiziert werden kann.

Zur Wirtschaftlichkeit von frequenzgesteuerten Vakuumpumpen

Dr. Michael Hubal
Landwirtschaftskammer Niedersachsen
Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!
März 2014

Seit einigen Jahren werden bei Vakuumpumpen, die in Melkanlagen installiert sind, sogenannte Frequenzumrichter (FU) eingesetzt. Diese übernehmen an Stelle des Vakuumventils die Regelung des Vakuums und sorgen dafür, dass die Vakuumpumpe immer bedarfsgerecht arbeitet. Der Vorteil im Vergleich zu herkömmlichen Systemen ist ein deutlich geringerer Energiebedarf. Ziel einer Untersuchung der Landwirtschaftskammer Niedersachsen war es, die Differenz im Energieverbrauch dieser beiden Systeme zu ermitteln. Da ein Frequenzumrichter bei einer neuen Melkanlage Mehrkosten von 2.500 € verursacht und die Umrüstung einer Altanlage mit ca. 3.500 € zu kalkulieren ist, stellt sich natürlich auch die Frage, in welchem Zeitraum sich die Investition in eine frequenzgesteuerte Vakuumpumpe amortisiert.

Chlamydien-Infektionen beim Milchvieh: Das unterschätzte Problem

Ute Müller
Universität Bonn, Institut für Tierwissenschaften

Eine Studie des Instituts für Tierwissenschaften der Universität Bonn hat ergeben, dass bei 61 von 100 zufällig ausgewählten Milchviehherden Chlamydien nachgewiesen wurden, d. h. mindestens ein Tier pro Herde in 61 % der untersuchten Betriebe mit Chlamydien infiziert war. Da zum einen Chlamydien nicht regelmäßig im Vaginalsekret nachweisbar und zum anderen die Bakterien über direkten Tierkontakt ansteckend sind, kann davon ausgegangen werden, dass, wenn ein Tier positiv getestet wird, die gesamte Herde gefährdet ist und weitere Tiere ebenfalls infiziert sind.

Vermeidung von R/D-Mittel-Rückständen in Rohmilch

Martin Kühberger
LfL-Bayern, Institut für Landtechnik und Tierhaltung

Die Produktion von qualitativ hochwertigen und unbelasteten Milchprodukten ist oberstes Ziel sowohl der Milchproduzenten als auch der nachgelagerten Milchwirtschaft.
Eine unsachgemäße oder fehlerhafte Reinigung/Desinfektion (R/D) der Melkanlage oder des Milchtanks kann zu unerwünschten Einträgen von R/D-Mittel-Rückständen in die Rohmilch führen. Diskutiert wurden in der Vergangenheit verschiedentlich Rückstandsprobleme aufgrund chlorhaltiger R/D-Mittel (hier insbesondere: Trichlormethan bzw. Chloroform).

Im Jahr 2012 wurden Rückstände von Quartären Ammoniumverbindungen (QAV) auf Gemüse gefunden. In der Folge kam es zu breiter angelegten Untersuchungen verschiedenster Lebens- und Futtermittel in Bezug auf diese Stoffgruppe. Bei den tierischen Lebensmitteln rückten aufgrund entsprechender Rückstandsnachweise schnell Milch- und Milchprodukte in den Fokus.
Die Rückstandsfunde von QAV waren der Anlass für ein Screening auf R/D-Mittel-Rückstände in Bayern, dessen Ergebnisse und Folgerungen im Folgenden dargestellt werden.