Auswertung des Lehrgangs "Spezialberater für Melktechnik und Milchqualität" 2016

Ein Rückblick von Ingrid Model - FG Hygiene und Dr. Michael Hubal - FG Melken & Melktechnik
 
Teilnehmer des Lehrgangs "bei der Arbeit"

Wachsende Milchviehherden und die zunehmende Automatisierung des Melkens verlangen heute Berater mit vielen Spezialkenntnissen. Technische Probleme der Milchgewinnung sind zu lösen, mögliche Einflussfaktoren auf Milchqualität und Eutergesundheit zu identifizieren und umfassend zu analysieren, um dann Wege für Verbesserungen aufzuzeigen. Um diese Kenntnisse zu vermitteln, organisierte die WGM gemeinsam mit der LWK Niedersachsen zum zweiten Mal einen Spezialberaterlehrgang. In zwei getrennten Modulen wurden die Themenbereiche „Milchqualität“ (Modul I) und „Technische Überprüfung von Melkanlagen“ (Modul II) schwerpunktmäßig bearbeitet.

Feststoffeinstreu - mit Gülle und Gärsubstraten einstreuen?

Dr. Martin Spohr
Eutergesundheitsdienst der TSK Baden-Württemberg;
Juni 2016

Seit den 80er Jahren des letzten Jahrhunderts werden Alternativen zur herkömmlichen Einstreu in Milchviehställen erprobt. Ein Schwerpunkt dabei liegt auf der Nutzung von Pressrückständen aus der Gülle- oder Gärsubstrat-Separation. Im englischen Sprachraum werden Begriffe wie „recycled manure solids“ (RSM) oder „green bedding“ verwendet, im deutschen Sprachraum ist der Begriff „Feststoffeinstreu“ gebräuchlich. Hinter diesen Begriffen verbergen sich eine Vielzahl unterschiedlicher Materialien und Bearbeitungsverfahren.

 

Im folgenden werden wesentliche Punkte zu dieser Thematik beschrieben.

Gedanken zum Nachgemelk

WGM-Fachgruppe „Melken und Melktechnik“
Hans-Jürgen Rudovsky, Februar 2015

Einleitung

Die Melkanlagenforschung und -entwicklung ist bestrebt, das Sekretionspotential der Kühe möglichst vollständig und euterschonend zu nutzen. In hohem Maß wird der Milchertrag mit von einer stabilen Eutergesundheit bestimmt. Einerseits ist der Melkprozess von den physiologischen Eigenheiten der Kühe abhängig, andererseits eng mit physikalischen Gesetzen der Melktechnik verbunden. Dies betrifft speziell die Milchejektion und den Melkablauf, insbesondere die Bildung des Nachgemelks.
Kontrovers wird gegenwärtig über die Höhe des vertretbaren, im Euter verbleibenden Nachgemelks, die Notwendigkeit seiner Gewinnung und die Höhe der Abschaltpunkte diskutiert.

Was kostet das Melken?

Diese für die Rentabilität der Milcherzeugung wichtige Frage stand im Mittelpunkt eines Projekts am Sächsischen Landesamt für Umwelt, Landwirtschaft und Geologie.

Die Ergebnisse sowie  Berechnungen für zwei verschieden große Beispielherden finden Sie im anhängenden Text, der von Renè Pommer verfasst und der WGM zur Veröffentlichung zur Verfügung gestellt wurde.

Fehlersuche bei Gefrierpunktüberschreitung der Milch

Arbeitsgruppe Hygiene -
Ingrid Model, Bernd Hennig

Der Gefrierpunkt (GP) ist der Erstarrungspunkt der Milch bei Temperaturabsenkung. Der Gefrierpunkt der Sammelmilch in Deutschland bewegt sich zwischen - 0,520 °C und - 0,530 °C. Der Mittelwert in den Molkereiangaben liegt bei - 0,524 °C. Unter einer Gefrierpunktüberschreitung oder Gefrierpunkterhöhung versteht man, dass der Wert sich mehr in Richtung 0 °C, dem Gefrierpunkt des Wassers, nähert. Die Gefrierpunktbestimmung dient in erster Linie der Erkennung von Fremdwasserbeimengung. Tatsächlich ist in den meisten Fällen auch Fremdwasser die Ursache für einen zu hohen Gefrierpunkt.