Vorstellung der Fachgruppe Hygiene

Die Fachgruppe Hygiene wird von Martin Spohr geleitet, ständige Mitglieder sind:

  • Ingrid Model
  • Hans-Heinrich Francke
  • Friederike Reinecke
  • Martin Spohr

Martin Spohr hat Tiermedizin in Hannover und Gießen studiert und war anschließend in einer Gemischtpraxis mit überwiegendem Rinderanteil beschäftigt. Die Promotion erfolgte am Institut für Milchhygiene der Tierärztlichen Hochschule Hannover. Dort war er mehrere Jahre als Assistent für den Bereich Milcherzeugung und Mastitisbekämpfung zuständig. Seit 1993 ist er Tierarzt im Eutergesundheitsdienst der Tierseuchenkasse Baden-Württemberg. Sein Arbeitsschwerpunkt besteht in der Diagnostik und Beratung von Mastitisproblembetrieben. Darüber hinaus widmet er sich der Erprobung von Prophylaxemaßnahmen (Mastitisvakzinen, Melkzeugzwischendesinfektion, Zitzendesinfektion), der Diagnostik von Melkanlagenfehlern (Messungen unter Melkbedingungen, melktechnische Beeinflussung von Hyperkeratosen) und der hygienischen Bewertung von Einstreuverfahren.

Die Ziele der Fachgruppe konzentrieren sich auf drei wesentliche Bereiche:

  1. Entwicklung und Prüfung von Untersuchungsverfahren
    Hierzu zählen Methoden zur Kontrolle der Melkzeugzwischendesinfektion und der Reinigung und Desinfektion von Melkanlagen. Zur Beurteilung der hygienischen Maßnahmen in automatischen Melksystemen wird zurzeit eine Methode aktualisiert. Die Wirkung der Zitzendesinfektion konnte durch den Nachweis von Strichkanalbesiedlungen (Strichkanaltupfer) objektiviert werden.
  2. Wirkung und Effektivität verschiedener Hygienemaßnahmen
    In der Vergangenheit wurden verschiedene Verfahren zur Melkzeugzwischendesinfektion (Tauch- / Sprühverfahren, Schleppwanne, Backflush, Airwash) getestet. Gleichzeitig wurde der Einfluss der Applikationstechnik (Sprühen / Tauchen) und der eingesetzten Desinfektionslösungen (Chlordioxyd, Jod, Chlorhexidin) auf die Häufigkeit von Strichkanalbesiedlungen geprüft. Zurzeit werden unterschiedliche Verfahren der Aufbereitung und Lagerung von Einstreu auf deren Keimzahlentwicklung überprüft.
  3. Erstellung von Beratungsempfehlungen
    Die aus diesen Untersuchungen und aus der Literatur gesammelten Beratungsempfehlungen werden in Form von Veröffentlichungen und Seminaren den Beratern zur Verfügung gestellt. Beispielhaft seien hier die Intensivseminare  zur „Ursachenfindung bei erhöhten Keimzahlen“ und zahlreiche Seminar-Beitrage bei den jährlichen WGM-Tagungen zu nennen.


Der Arbeitsschwerpunkt „Kontrolle der Melkzeugzwischendesinfektion“ ist vorerst abgeschlossen. Die Methoden zur Wirksamkeitskontrolle sind geprüft, und auf dieser Grundlage wurde für die Beratung eine Methodenvorschrift erarbeitet. In einem Halbeuterversuch konnte die Wirksamkeit und Effektivität der Melkzeugzwischen-desinfektion nachgewiesen werden. Aufgrund der deutlichen Zunahme von automatischen Melksystemen (AMS) wird das für die Prüfung der Melkzeugzwischendesinfektion entwickelte Tupferverfahren für die AMS-Bedingungen angepasst.

Ein aktueller Schwerpunkt beschäftigt sich mit der hygienischen Bewertung von Einstreumaterialien. Neben Kalk-Stroh-Mischungen sind vor allem Gärsubstrate und Gülle-Feststoffe in unterschiedlichen Mischungen und Aufbereitungszuständen in der Erprobung.

Publikationen der Fachgruppe zum Download